Bio Hotel Schmilka – Gemüsegarten auf der Elbwiese

Heiko Off hatte das erste sächsische Biohotel im Internet gegoogelt. «Bio – das klingt zumindest nicht so spießig»,
dachte sich der 37-jährige Berliner. Mit einem Freund verbrachte er einen Wochenendurlaub im Hotel Helvetia in Schmilka. Sein Urteil über die direkt am Nationalpark Sächsische Schweiz gelegene Unterkunft fiel zufrieden aus: «Angenehm ruhige Atmosphäre, gutes Essen und viele Wandermöglichkeiten.» Die 1894 erbaute Gründerzeitvilla, letzte Station am Elberadweg vor der tschechischen Grenze, war Anfang Juni als einziges zertifiziertes «Biohotel» im Freistaat neu eröffnet worden.

Insgesamt gibt es europaweit 61 solcher Biohotels, davon 34 in Deutschland. «Die meisten davon liegen in  üddeutschland, weil sich die Bewegung aus Österreich entwickelt hat», sagt Sylvia Raabe, Sprecherin des «Biohotel»-Vereins. In den neuen Bundesländern gibt es vier Biohotels in Mecklenburg-Vorpommern und eines in Thüringen. Es
sei schwer, alle Kriterien für die Bio-Zertifizierung zu erfüllen, insbesondere die Speisekarte dürfe nur  hundertprozentig ökologische Nahrungsmittel enthalten, sagt Raabe. «Da muss man schon wirklich dahinter stehen.»

Hotelinhaber Sven-Erik Hitzer und seine 14 Mitarbeiter sind mit viel Enthusiasmus dabei. So wachsen die Kräuter für die Küche am Hausrand, und auf der Wiese zwischen Radweg und Elbe legte Hitzer einen kleinen Gemüsegarten an. Im Bio-Restaurant «StrandGut» wird selbst der «Kalte Hund wie bei Tante Hertha», ein traditioneller Schoko-Keks-Kuchen, mit ökologischen Zutaten serviert. Alle Lebensmittel stammen von Biohöfen aus der näheren Umgebung. «Was es hier nicht gibt, kaufen wir bei einem Öko-Großhandel aus München», erläutert Marketing-Mitarbeiterin Anne Jungowitz.

Voller Stolz präsentiert Geschäftsführer Uwe Lindemann seine Cocktailkarte «Bio on the rocks». Zudem hat er afrikanische Öko-Liköre unter dem Label «Voodoo-Food» im Sortiment. Das Leitungswasser wird nach einer Methode des Südtirolers Johann Grander «belebt». «Dadurch bekommt es seine Stabilität zurück», ist Anne
Jungowitz überzeugt. Es wirke erfrischend, man brauche weniger Reinigungs- und Waschmittelzusätze.
Eine Etage ist auch «elektrosmogreduziert», «zudem empfehlen wir unseren Gästen, die Handys auszustellen, um auch wirklich Ruhe zu finden», sagt Jungowitz. Das Hotel mit 22 Doppelzimmern bezieht seine Energie von einem bundesweiten Ökostrom-Anbieter.

Gäste, die sich für das hoteleigene «Metabolic Balance – Programm» entscheiden, bekommen – nach vorheriger ärztlicher Blutanalyse – einen individuellen Speiseplan zusammengestellt. «Wenn Sie einen Nährstoff brauchen, der in Auberginen enthalten ist, dann bekommen Sie auch Auberginen», erläutert Anne Jungowitz. Norbert Schützner,
Heilpraktiker und Ernährungsberater, unterstützt mit verschiedenen Massagen und Bädern bei einer «ganzheitlichen Stoffwechsel- und Gewichtsregulierung». Außerdem kann man hier allen möglichen Outdoor-Sportarten – Wandern und Radfahren, Paddeln und Klettern, Schwimmen und Skilaufen – nachgehen.    Geschäftsführer Lindemann ist mit der fast hundertprozentigen Auslastung seines Hotels in der Hochsaison zufrieden. Für die Nebensaison und die Wintermonate will er mit speziellen Themenangeboten und Kochkurse Gäste anlocken.

Nach einem Bericht von ddp-Korrespondentin Birgit Holthaus

(ddp/travelpedia)

Diese Beiträge könnten Sie interessieren:

  1. 5 Sterne Hotel in Kap Verde durch Sol Melia übernommen
  2. Hotel Titan Select in Alanya – neuer, schöner, größer…
  3. Jugendherbergen als preisgünstige Alternativen zum Hotel
  4. Erstes Supermarkt-Hotel Europas entsteht in Neuwied
  5. Mardan Palace Resort – Hotel der Superlative

Autor: redaktion
Datum: Sonntag, 16. August 2009 10:47
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Deutschland, Hotelempfehlungen, Regionen, Reiseberichte, Reisetipps

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare sind geschlossen,
aber Du kannst einen trackback auf Deiner Seite setzen.

Keine weiteren Kommentare möglich.