Reiselust der Deutschen steigt 2010

Die Tourismusbranche erwartet nach dem Wirtschaftskrisenjahr 2009 für die kommende Saison eine zunehmende Reiselust der Deutschen. «42 Prozent der Bundesbürger planen fest, 2010 eine Reise zu unternehmen und jeder Neunte will sogar zwei oder mehr Reisen machen», sagte Ulrich Reinhardt, Tourismusexperte der Stiftung für Zukunftsfragen von British American Tobacco (BAT) am Mittwoch in Hamburg. Fast jeder vierte Reisende wolle seinen Urlaub in Deutschland verbringen, ein Drittel ziehe es ins europäische Ausland und jeder Zehnte plane eine Fernreise.

Zu den 42 Prozent der Bundesbürger mit Reiseplänen kommen Reinhardt zufolge noch rund zwölf Prozent, die bislang unsicher sind, sich aber im Laufe des Jahres für einen Urlaub entscheiden werden.

Damit würden dieses Jahr voraussichtlich rund 54 Prozent der Deutschen eine Reise unternehmen, 2009 war es noch jeder Zweite. Im Durchschnitt verreise der Deutsche mindestens fünf Tage oder länger.  Zu diesen Ergebnissen kam die Tourismusanalyse 2009. Dazu befragte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 4000 Personen ab 14 Jahren.

«Der Reiseweltmeister meldet sich zurück», sagte Reinhardt. Die deutsche Tourismusbranche könne trotz der Verunsicherungen und Zukunftssorgen aufatmen. Reisen innerhalb der Bundesrepublik seien weiterhin am stärksten gefragt. Einen besonders starken Tourismusaufschwung verzeichne das Land Baden-Württemberg. Bei Auslandsreisen könne erstmals die Türkei Italien als zweitbeliebtestes Urlaubsziel überholen, sagte Reinhardt voraus.

«Unangefochten wird Spanien auch in diesem Jahr das beliebteste ausländische Reiseziel sein», fügte der Tourismusexperte hinzu. Eine «dramatische Spaltung» der Reiseintensität wird Reinhardt zufolge beim Vergleich von Berufsgruppen und Einkommen sichtbar.

Während 80 Prozent der Beamten vergangenes Jahr eine Reise unternommen hätten, seien es unter Arbeitern nur 41 Prozent gewesen. Drei Viertel der Haushalte mit mehr als 3500 Euro Einkommen hätten 2009 mindestens eine Reise gemacht, bei Geringverdienern mit weniger als 1000 Euro Einkommen lag die Zahl hingegen bei nur 20 Prozent.

Die Ausgaben für Reisen im Jahr 2009 sind laut BAT so gering ausgefallen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Im Durchschnitt gab jeder Deutsche vergangenes Jahr 1038 Euro für seinen Urlaub aus. Eine Inlandsreise kostete durchschnittlich 723 Euro, während für einen Auslandsurlaub etwa 1221 Euro ausgegeben wurden. Mit fast 1200 Euro gaben kinderlose Paare das meiste Geld für den Urlaub aus. Zudem blieben sie mit 13,2 Tagen am längsten an ihrem Urlaubsort.

Der Trend für 2010 liegt der Tourismusanalyse zufolge bei All-inclusive-Reisen sowie Erholungs- und Wellnessurlauben. Auch Kreuzfahrten, Camping und Bergtourismus seien weiter im Kommen.

Weiter an Popularität verlören hingegen Städte- und Kulturreisen.

(ddp/travelpedia)

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Autor: redaktion
Datum: Mittwoch, 10. Februar 2010 14:20
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