IHK befürchtet Engpässe für Geschäftsflieger am BBI
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) befürchtet Engpässe für den Geschäftsflugverkehr am künftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BBI). «Wir vermissen ein schlüssiges Konzept für den Geschäfts- und Privatflugverkehr in der deutschen Hauptstadt», sagte IHK-Vize-Chef Christian Wiesenhütter am Donnerstag der Nachrichtenagentur ddp.
Schon mittelfristig werde der BBI für dieses Segment nicht der richtige Standort sein, da dort der normale Flugverkehr im Vordergrund stehe. Es sei zu befürchten, dass wegen starker Flugfrequenz am BBI Landegenehmigungen für kleine Maschinen immer seltener erteilt würden.
Vor der Schließung des Flughafens Tempelhofs am 30. Oktober 2008 sei Berlin nach München der zweitstärkste Standort für Geschäftsflugverkehr gewesen. Wenn dieser Standortvorteil der schnellen Erreichbarkeit nicht durch entsprechende Maßnahmen wieder gewonnen werde, kämen mittelfristig weniger Lobbyisten und Meinungsbildner in die Stadt. Dies könnte sich auch negativ auf Investitionsvorhaben auswirken, sagte Wiesenhütter. Auch am brandenburgischen Flughafen Schönhagen im Süden von Berlin bestünden schon jetzt Kapazitätsengpässe.
Darüber hinaus kritisierte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer den Senat, sich «viel zu spät» über eine Nachnutzung des denkmalgeschützten Tempelhof-Gebäudes sowie des Areals Gedanken gemacht zu haben. Schon im Vorfeld der Schließung hätte dies geschehen müssen.
Die Bread & Butter, die zweimal jährlich in Tempelhof eine Modemesse ausrichtet, sei gut für die Stadt, da sie international für Aufmerksamkeit sorge und den Tourismus ankurbele, sagte Wiesenhütter. Die vom Senat beauftragte Adlershof Projekt GmbH müsse nun klären, welche anderen Nutzungsformen in Tempelhof jetzt noch möglich seien.
(ddp/travelpedia)
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